Im Rahmen des NRP-Projektes „Holz Trub“ erarbeitete das Büro Weichen stellen 2010 eine Machbarkeits-Studie, um aufzuzeigen wie die Wertschöpfung in Trub und der Region erhöht werden kann – insbesondere im Zusammenhang mit Holz. Dabei wurden zahlreiche Ideen entwickelt und zum Teil bereits umgesetzt. Im Laufe der verschiedenen Gespräche mit Landwirten, Personen aus der landwirtschaftlichen Beratung und anderen Akteuren kristallisierten sich dann weitere – unabhängig von der Ressource Holz stehende – Bedürfnisse heraus.
Das Projekt wurde als Gemeinschaftliche Projektinitiative beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eingegeben und wird von diesem nun in der Vorabklärungsphase finanziell unterstützt.
Ziele
- Verbesserung der Wertschöpfung der landwirtschaftlichen Produkte in der Gemeinde Trub
- Unterstützung von innovativen Vorhaben in der Landwirtschaft
- Zusammenarbeit der Landwirte intensivieren und das Gemeinschaftsgefühl stärken
Die einzelnen Projektideen
Gegenwärtig werden in der IG LINO die folgenden vier Projektideen entwickelt oder praktisch erprobt:
- Pilzzucht: Freiland-Zucht von Speisepilzen auf Laubholz
- Genossenschaftliche Metzergei: Wiedereröffnung einer lokalen Metzgerei mit Schlachthof in Trub
-Direktvermarktung: verstärkte Direktvermarktung von Landwirtschaftsprodukten: Einrichtung eines Ladenlokals und eines Internet-Versandes
-Photovoltaik: Koordinierte Nutzung des Photovoltaik-Potenzials auf landwirtschaftlichen Gebäuden
Pilzzucht: Bereits in der Umsetzung:
Buchenholz ist im Gegensatz zu anderen Hölzern eine eher unattraktive Ressource. Ideen zur Nutzung dieser Baumart, die auch im Trub häufig vorkommt sind deshalb gefragt. Projektleiter Anton Küchler züchtet bei sich auf dem Balmeggberg bereits seit zwei Jahren Speisepilze auf Buchenholz– mit viel versprechenden Erträgen.
Da sich fünf Landwirtschaftsbetriebe ihr Interesse bekundeten, startete im Frühling 2011 das Projekt: Anfang April wurden rund 10 Kubikmeter Laubholz mit Speisepilzen der Gattung Pleurotus (Austernseitlinge) geimpft. Im Spätsommer werden die fünf an dem Praxisversuch beteiligten Landwirte die Stämme an schattigen und feuchten Lagen auspflanzen. Im darauffolgenden Frühjahr und Herbst ist pro Versuchsanlage mit einer Ernte von 50 kg Frischpilzen zu rechnen. Diese Pilze sollen dann gemeinsam vermarktet werden. Wie der Pilzfachmann Daniel Ambühl bestätigt, sind Speisepilze wie der Austernseitling in der Gastronomie gefragt.